VAT Consulting AG

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9.3.2 Fiktiver Vorsteuerabzug

Der fiktive Vorsteuerabzug ist in zwei Fällen möglich: Beim Bezug von nicht mehrwertsteuerbelasteten Erzeugnissen der Landwirtschaft, der Forstwirtschaft, der Gärtnerei (sog. Urprodukte) bei Landwirten, Forstwirten, Gärtnern (sog. Urproduzenten), von Vieh bei Viehhändlern oder Milch bei Milchsammelstellen und beim Bezug eines gebrauchten individualisierbaren beweglichen Gegenstandes ohne Mehrwertsteuerbelastung für die Lieferung an einen Abnehmer im Inland. Der Unternehmer kann die Vorsteuer fiktiv in Abzug bringen und hat im Gegenzug beim Verkauf oder bei der Vermietung dieses Gegenstandes das gesamte Entgelt zu versteuern. Er darf auf dem Verkaufsbeleg (z.B. Vertrag, Rechnung, Quittung, Gutschrift) die MWST ausweisen. Als Gebrauchtgegenstand gem. Art.°28 Abs.°3°MWSTG in Verbindung mit Art.°62°Abs.°1°MWSTV gilt ein gebrauchter individualisierbarer beweglicher Gegenstand, der in seinem derzeitigen Zustand oder nach seiner Instandsetzung erneut verwendbar ist und dessen Teile nicht unabhängig voneinander veräussert werden.

 

Der fiktive Vorsteuerabzug ist von der steuerpflichtigen Person rückgängig zu machen, wenn eine Lieferung (z.B. Verkauf oder Vermietung) an einen Abnehmer im Ausland erfolgt; der Gebrauchtgegenstand entgegen der ursprünglichen Absicht der Lieferung (z.B. Verkauf oder Vermietung) an einen inländischen Abnehmer für anderweitige Zwecke in Gebrauch genommen wird.

 

Beispiel 20:

Die steuerpflichtige Garage AG kauft von einer Privatperson einen Gebrauchtwagen zu CHF 7'000. Sie kann einen fiktiven Vorsteuerabzug  (Entgelt = 108.0%) vornehmen. Im November verkauft sie das Fahrzeug nach Deutschland. In diesem Zeitpunkt muss die Garage AG den vorgenommenen Vorsteuerabzug wieder korrigieren

 

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