VAT Consulting AG

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9.1 Voraussetzungen

Die steuerpflichtige Person kann im Rahmen ihrer unternehmerischen Tätigkeit unter Vorbehalt der Art.°29 und 33°MWSTG die folgenden Vorsteuern abziehen: 

 

 

  • Die ihr in Rechnung gestellte Inlandsteuer (Bst.°a);
  • die von ihr deklarierte Bezugsteuer (Bst.°b);
  • die von ihr auf der Einfuhr von Gegenständen der Eidg. Zollverwaltung entrichtete oder zu entrichtende Einfuhrsteuer sowie - bei Verlagerung der Steuerentrichtung - die von ihr für die Einfuhr von Gegenständen deklarierte Steuer (Bst.°c);
  • die fiktiven Vorsteuern u.a beim Bezug eines gebrauchten individualisierbaren beweglichen Gegenstandes ohne Mehrwertsteuerbelastung für die Lieferung (z.B. Verkauf oder Vermietung) an einen Abnehmer im Inland (Bst.°d).

 

Wer ein Unternehmen betreibt und steuerpflichtig wird (obligatorisch oder durch Verzicht auf die Befreiung), kann ab diesem Zeitpunkt die im Rahmen der unternehmerischen, zum Vorsteuerabzug berechtigenden Tätigkeit angefallene Vorsteuer geltend machen.

 

Die Schaffung von geeigneten Unternehmensstrukturen mittels Umstrukturierungen ist der unternehmerischen Tätigkeit zuzuordnen. Es besteht ein Anspruch auf Vorsteuerabzug im Rahmen der unternehmerischen Tätigkeit für Umstrukturierungen im Sinne von Art.°19 (natürliche Personen) oder Art.°61°DBG (juristische Personen) (Art.°29°Abs.°2°MWSTG).

 

Der Abzug der Vorsteuer nach Art.°28°Abs.°1°MWSTG ist zulässig, wenn die steuerpflichtige Person nachweist, dass sie die Vorsteuer bezahlt hat (Art.°28°Abs.°4°MWSTG), unabhängig davon, ob ein mehrwertsteuerkonformer Beleg in Form einer Rechnung hierfür vorliegt oder ob steuerbare Ausgangsumsätze vorliegen; stattdessen ist Voraussetzung das Vorliegen einer unternehmerischen Tätigkeit. Dieser weitgehende Grundsatz erfährt im Gesetz Einschränkungen, die das Vorliegen einer Rechnung erfordern: z.B. beginnt die Festsetzungsverjährung bei der Bezugsteuer gem. Art.°48 Abs.°1°Bst.° b°Abs.°1°°MWSTG mit dem Empfang der Rechnung.

 

Als Nachweis für den Anspruch auf Vorsteuerabzug bei der Bezugsteuer gilt die Deklaration der Bezugsteuer gegenüber der Eidg. Steuerverwaltung. Bei der Einfuhrsteuer muss der Unternehmer im Besitz der Veranlagungsverfügung der Eidg. Zollverwaltung beziehungsweise der elektronischen Veranlagungsverfügung (eVV), lautend auf Namen und Adresse der steuerpflichtigen Person (Importeur) sein. Zudem muss der Unternehmer für die Geltendmachung des Vorsteuerabzugs tatsächlich der Importeur sein, weshalb er unmittelbar nach der Einfuhr über die Gegenstände wirtschaftlich darüber verfügen und dies auch entsprechend belegen kann(z.B. beim Verkaufsgeschäft anhand einer korrekt verbuchten Einkaufsrechnung).

 

Der Leistungsempfänger muss nicht prüfen, ob die Mehrwertsteuer von ihm zu Recht eingefordert wurde. Weiss er aber, dass die Person, die ihm die Mehrwertsteuer überwälzt hat, nicht als steuerpflichtige Person im MWST-Register eingetragen ist, so ist der Vorsteuerabzug ausgeschlossen (Art.°59°Abs.°2°MWSTV). 

 

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