VAT Consulting AG

Theaterstrasse 18

CH-4051 Basel
Telefon: +41 (0) 61 225 90 50
Telefax: +41 (0) 61 225 90 51

7.1 Bemessungsgrundlage

Bei Lieferungen und Dienstleistungen bemisst sich die Steuer grundsätzlich nach dem tatsächlich empfangenen Entgelt (Art.°24°Abs.°1°MWSTG). Zum Entgelt gehören namentlich auch der Ersatz aller Kosten, selbst wenn diese gesondert in Rechnung gestellt werden, sowie die von der steuerpflichtigen Person geschuldeten öffentlich-rechtlichen Abgaben.

 

Handelt es sich beim Leistungsempfänger um eine eng verbundene Person, so gilt als Entgelt der Wert, der unter unabhängigen Dritten vereinbart würde (»dealing at arm’s length«). Gem. Art.°3°Bst.°h°MWSTG gelten als eng verbundene Personen die Inhaber von massgebenden Beteiligungen an einem Unternehmen oder ihnen nahe stehende Personen.

 

Abweichend vom Grundsatz nach Art.°24°Abs.°1°MWSTG findet bei Leistungen an Nahestehende die Besteuerung eines «fiktiven» Entgelts statt. Nicht unter diese Bestimmung fallen die Vorteilszuwendungen an das Personal (sofern die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen nicht die Voraussetzungen von Art.°3°Bst.°h°MWSTG erfüllen).

 

Bei Leistungen an das Personal, das nicht massgeblich an der Unternehmung beteiligt ist, findet der Grundsatz des Drittvergleichs keine Anwendung. Stattdessen ist die Steuer bei entgeltlichen Leistungen vom tatsächlich empfangenen Entgelt zu berechnen (Art.°47°Abs.°1 MWSTV). Leistungen des Arbeitgebers an das Personal, die im Lohnausweis zu deklarieren sind, gelten als entgeltlich erbracht. Die Steuer ist von dem Betrag zu berechnen, der auch für die direkten Steuern massgebend ist. Leistungen, die im Lohnausweis nicht zu deklarieren sind, gelten als nicht entgeltlich erbracht und es wird vermutet, dass ein unternehmerischer Grund besteht (Art.°47°Abs.°2 und 3°MWSTV).

 

Bei Tauschverhältnissen besteht das Entgelt für die Lieferung nicht in Geld, sondern wiederum in einer Lieferung oder Dienstleistung. Hier gilt wechselseitig der Wert jeder Leistung als Entgelt für die andere. Gegebenenfalls gilt der Marktwert jeder Leistung als Entgelt für die andere Leistung (Art. 24°Abs.°3°MWSTG). Massgeblich ist jeweils der Preis, der bei Barzahlung gefordert würde. Aus den Belegen müssen die Werte der getauschten Gegenstände ersichtlich sein; diese sind ordnungsgemäss zu verbuchen.

 

Beispiel 14:

A kauft von B (beide in der Schweiz) eine Werkzeugmaschine im Wert von CHF 70'000. B übergibt A seine gebrauchte Maschine im Wert von CHF 10'000 in Zahlung und vergütet CHF 60’000 per Banküberweisung. Der Schweizer Mehrwertsteuer unterliegen das Entgelt für die Werkzeugmaschine im Betrag von CHF 70'000 und das Entgelt für die gebrauchte Maschine im Betrag von CHF 10'000.

 

Bei Austauschreparaturen umfasst das Entgelt lediglich den Werklohn für die ausgeführte Arbeit (Art.°24°Abs.°4°MWSTG). Um eine Austauschreparatur handelt es sich, wenn der Besteller einen Altstoff oder einen defekten oder abgenützten Gegenstand zur Reparatur oder für die Umarbeitung übergibt und ihm stattdessen ein gleichartiger revidierte Gegenstand geliefert oder eingebaut wird. Hier wird nur eine Lieferung an den Besteller und nicht noch eine Lieferung des Bestellers – in Bezug auf den übergebenen Gegenstand – angenommen. Das Entgelt für die Austauschreparatur muss indes wie ein Werklohn berechnet werden.

 

Beispiel 15:

A übergibt B ein Auto mit defektem Motorgetriebe zur Reparatur. Statt ihn zu reparieren, baut A das Motorgetriebe aus und ersetzt es mit einem neuen, während der defekte Motor in sein Eigentum übergeht. A berechnet nur seinen Werklohn für den  Einbau des neuen Motorgetriebes. 

 

Copyright: VAT Consulting AG 

 

Vorherige Seite     Nächste Seite