VAT Consulting AG

Theaterstrasse 18

CH-4051 Basel
Telefon: +41 (0) 61 225 90 50
Telefax: +41 (0) 61 225 90 51

4.4.2 Option für die Versteuerung ausgenommener Umsätze

Die Option von Umsätzen, d.h. die freiwillige Versteuerung dieser Umsätze, ist im MWSTG sehr weitgehend und grosszügig geregelt. Die Option erlaubt es dem leistenden Unternehmer, die auf seinen Vorleistungen lastende Steuer (sog. Vorsteuer) in Abzug zu bringen.

 

Für folgende Umsätze kann gem. Art. 22 Abs. 2 MWSTG nicht optiert werden: 

 

 

  • Versicherungs- und Rückversicherungsleistungen einschliesslich der Leistungen als Versicherungsvertreter oder -makler (Art. 21 Abs. 2 Ziff. 18 MWSTG);
  • Leistungen im Bereich des Geld- und Kapitalverkehrs (Art. 21 Abs. 2 Ziff. 19 MWSTG);
  • Umsätze aus Wetten, Lotterien und sonstigen Glücksspielen mit Geldeinsatz, soweit sie einer Sondersteuer oder sonstigen Abgaben unterliegen (Art. 21 Abs. 2 Ziff. 23 MWSTG); sowie
  • die Übertragung und Bestellung von dinglichen Rechten an Grundstücken, die (im Gesetz genannten) Leistungen von Stockwerkeigentümergemeinschaften an die Stockwerkeigentümer sowie die Überlassung von Grundstücken oder Grundstücksteilen zum Gebrauch oder zur Nutzung, wenn der Gegenstand vom Empfänger ausschliesslich für private Zwecke genutzt wird (Art. 21 Abs. 2 Ziff. 20 und 21 MWSTG).

 

Die Option erfolgt durch offenen Ausweis der MWST auf der Rechnung, d.h. ein formales Gesuch an die Eidg. Steuerverwaltung ist nicht erforderlich. Es besteht grundsätzlich ein Rechtsanspruch auf die Bewilligung der freiwilligen Versteuerung. Voraussetzung für das Optionsrecht ist lediglich, dass der oder die Optierende subjektiv steuerpflichtig ist. Auf den Empfänger der Leistung kommt es bei der Option nicht an, insbesondere nicht darauf, ob er steuerpflichtig ist oder nicht und ob er im Inland oder im Ausland den Sitz oder Wohnsitz hat. Gelockert gegenüber der Vorläuferregelung ist zudem, dass die Option nur noch während mindestens eines Jahres (Art. 39 Abs. 3 MWSTG) statt bisher fünf Jahren beibehalten werden muss.

 

Die steuerpflichtige Person kann für jede einzelne Leistung entscheiden,

ob sie die Leistung mit oder ohne Steuer in Rechnung stellen will: 

 

 

  • Rechnungsstellung ohne MWST: Leistung bleibt von der Steuer ausgenommen (ohne Anrecht auf Vorsteuerabzug);
  • Rechnungsstellung mit MWST: für die Leistung wird optiert (mit Anrecht auf Vorsteuerabzug)

 

Eine Option ist bereits möglich, wenn noch keine Leistungen erbracht wurden. Da in diesem Fall eine Option durch offenen Ausweis der Steuer (auf der Rechnung an den Leistungsempfänger) nicht möglich ist, kann der Eidg. Steuerverwaltung  die Ausübung der Option auf andere Weise bekannt gegeben werden (Art.°39°MWSTV). 

 

Copyright: VAT Consulting AG 

 

Vorherige Seite     Nächste Seite